Samstag, 20. November 2010

Ungesetzliche Videoüberwachung im Café

In einer Pressemitteilung berichtete ein Regensburger Kamera-Hersteller über eine neue Videointstallation: Videoüberwachung im Regensburger Szene-Cafe



Weil die Kameras  nicht so schick aussehen, hat man sie einfach mit einem Wurzelholz-Imitat verkleidet. „Eine vandalismusgeschützte Dome-Kamera sowie zwei weitere äußerst kompakte Mini-Domes, so genannte Picodome, sorgen für den nötigen Überblick.

„Mit Hilfe der Videos können wir analysieren, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten besonders viele Gäste anwesend sind und das Personal entsprechend einplanen”, sagte der Geschäftsführer des Cafe's dazu  in der Pressemitteilung.


Das Landesamtes für Datenschutz aber sagt zu dem Regensburger Fall:


„1. Eine Videoüberwachung, bei der Personen identifiziert werden können, ist im Gastraum eines Restaurants in der Regel nicht zulässig. Nach § 6b Abs. 1 Bundesdatenschutzgesetz sind bei der datenschutzrechtlichen Beurteilung einer Videoüberwachung die berechtigten Interessen des Gastwirts auf der einen Seite und die schutzwürdigen Interessen der Gäste auf der anderen Seite gegeneinander abzuwägen. Im Gastraum eines Restaurants überwiegen in der Regel die entgegenstehenden schutzwürdigen Interessen der Gäste. Diese erwarten, dass ihr Verhalten in einer Gaststätte weder mit einer Videokamera beobachtet noch aufgezeichnet wird. Darüberhinaus würde eine Dauer-Videoüberwachung auch für die Beschäftigten des Restaurants eine Belastung darstellen. Lediglich dann, wenn besondere Umstände gegeben sind, z. B. im Kassenbereich oder in der Systemgastronomie, kann in Gasträumen eine Videoüberwachung betrieben werden.


2. Die Gäste und auch das Personal können eine Beschwerde über die Videoüberwachung in dieser Gaststätte beim Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht (Anschrift, siehe unten) erheben. Wir überprüfen dann anhand des oben genannten gesetzlichen Maßstabs, ob die Videoüberwachung rechtmäßig ist. Daneben ist auch ein gerichtliches Vorgehen möglich.

Günther Dorn
Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht "

 



Weitere Infos auf www.videosystem.de

Sonntag, 8. August 2010

Videoüberwachung - Wie erkenne ich einen guten Berater?

Videoüberwachung - so erkennen Sie einen guten Berater


1.Sie kaufen ein Auto
Was würden Sie tun, bevor Sie sich ein neues Auto kaufen? Würden Sie ein verpacktes Modell mit dem Namen „Superauto“ kaufen, nur weil die technischen Daten anscheinend gut sind?
Würden Sie sich ein Auto kaufen, von dem Sie im Grunde genommen nichts kennen, außer den technischen Daten. Würden Sie ein Auto kaufen, weil die Verkäuferinnen so nett waren oder Sie die Form der Felgen hat an ein bekanntes Auto erinnert. Würden Sie auf diese Art ein Auto kaufen, ohne es zu probieren? Sicher nicht.
Auf eine derartige Vorgehensweise beim Autokauf würde sich vermutlich kein einziger Mann in Deutschland einlassen. Welcher Mann würde sich schon ein Auto kaufen, das er weder gesehen noch ausprobiert hat?


2. Der Autokauf - Nie ohne Probefahrt
– ausprobieren, was „Mann“ kauft
Dass es wichtig ist ein Auto auszuprobieren, weiß jeder von uns. Es ist für Männer entscheidend zu wissen, wie das Handling, wie die Bedienung und der Komfort und die Leistung ist.

  
3. Der Kauf einer Videoüberwachungsanlage
– die Katze im Sack
Allein die Frage ob Analog- oder IP-Kamera, teilt alle angeblichen Fachleute in zwei philosophische, aber verfeindete Lager. Ähnlich wie in früheren Zeiten die Frage nach Benziner oder Diesel. Das größte Wissen, das die selbsternannten Fachleute haben, stammt zumeist aus dem Internet. Die wenigsten Techniker haben Kenntnisse aus persönlich gemachten Erfahrungen oder aus eigenen Installationen.

  
4. Der Digitalrekorder
– die große Unbekannte
Beim Thema Digitalrekorder wird es nun noch schwieriger, für alle die nicht täglich mit der Materie zu tun haben. Da gibt es nicht nur die unterschiedlichen Speicherverfahren wie MPEG, MJPEG, MPEG-2, MPEG-4, Wavelet oder H.264. Da gibt es auch noch unterschiedliche Auflösungen wie CIF, 2Cif, D1 oder gar Megapixel.


5.Video-Fernübertragung
– das große Nichtwissen geht weiter
Digitale Videobilder bringen eine gigantische Datenflut mit sich - eine Video Aufzeichnung mit 25 Bildern/Sek. ( Echtzeit ) und einem Bildformat von z.B. 768x576 Pixeln ( PAL/ D1-Format) erzeugt einen Datenstrom von 31,5 MB/Sek. Diese Zahlen sagen dem normalen Bürger gar nichts, während es dem Systemadministrator den Schweiß auf die Stirn treibt und er schon alle Programme abstürzen sieht.
6.Das Internet
-nicht überall so schnell, wie manche "Fachleute" meinen
Die gute Nachricht ist, dass unsere Kanzlerin Angela Merkel versprochen hat, dass Deutschland ganz toll vernetzt werden soll. Die schlechte Nachricht ist, dass sie wie immer nicht gesagt, bis wann sie ein gemachtes Versprechen einhalten will. So gibt es leider immer noch Gegenden in unserer Republik, die erst gar nicht an eine Videofernüberwachung denken sollten. Oder aber damit zufrieden sein sollten, wenn sie ganz kleine Bilder im CIF-Format (353x288) sehen können.
7.Internetgeschwindigkeit
- lahme Bilder garantiert
Beim Spitzenreiter Südkorea freut man sich über eine durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit von 34,19 Mbit pro Sekunde, hierzulande muss man sich mit ca. 13,11 Mbit zufrieden geben. Deutschland ist auf dem 16. Platz bei der Internetgeschwindigkeit. (Stand 26. Mai 2010). Wer bei diesen Zahlen an eine flüssige Video-Fernübertragung oder gar an ein Megapixel-Format denkt, ist leider ein Phantast und als solcher eher für die Politik geeigent..

8. So erkennen Sie eine gute Beratung
- Sie können Videosoftware kostenlos testen
Wenn Ihr Berater Ihnen nicht das gewünschte System zum Test zeigen und überlassen kann oder er Ihnen nicht einmal eine Klient-Software zum Ausprobieren anbietet, dann hat er entweder keine Geräte oder die Software dazu nicht oder er ist technisch überfordert. In beiden Fällen sollten Sie von diesem Berater am besten sofort Abstand nehmen.

Machen Sie sich doch Ihre Kaufentscheidung leicht. Bestehen Sie darauf, das System und die Software, die Sie kaufen möchten, vorher zu testen.  Machen Sie online eine Probefahrt mit Ihrem Videosystem, http://www.videosystem.de/ lädt Sie zum kostenlosen „Probe - Schauen“ zum Ausprobieren ein. Kaufen Sie auf keinen Fall eine „Katze im Sack“.

  
9.Software testen
-Vollversion 30 Tage ausprobieren
Sie können eine Vollversion jeder gewünschten Videoüberwachungs-Software von der Internetseite www.videosystem.de anfordern. Testen Sie die Video-Überwachung kostenlos bis zu 30 Tage lang und machen Sie sich ein eigenes Bild von der Bedienung. Probieren Sie alles aus, was Sie später haben möchten, Schwenkbare Kameras, Nachtsichtkameras, KFZ-Kennzeichenerkennung, Lichtempfindlichkeit,
Suche nach Kassendaten, Alarmaufschaltungen, Bilder als AVI speichern oder „Live“-Bilder per Internet übertragen.

Probieren Sie vor dem Kauf aus, ob Sie mit dem System und der Bedienung zurechtkommen und ob ihr DSL-Anschluss ausreichend ist.

10. Gutes Gefühl beim Kauf
- gutes Gefühl im Bauch und noch Geld gespart
Machen Sie es wie unser Kunde Prendes GmbH & Co. KG Mediterrane Spezialitäten 73066 Uhingen. Herr Prendes erzählt auf dieser Internetseite, weshalb er sich für eine Videoanlage aus Kirchheim-Teck entschieden hat: Die beste Bildqualität und die einfache Bedienung. Mit unseren Videoanlagen wird vor allem Zeit und Geld eingespart. Zusätzlich wird auch die Lebensqualität und der persönliche Komfort des Benutzers erhöht. Schlecht geplante oder billige Videosysteme werden in aller Regel bereits nach sechs Monaten nicht mehr benutz. Die meisten davon wegen zu komplizierter Bedienung. Geld einsparen können Sie aber nicht nur durch die Auswahl der richtigen Geräte, sondern auch durch die Einhaltung gesetzlichen Vorschriften. Ein Verstoß gegen Datenschutz oder Arbeitsrecht kann sehr teuer werden.

  
11. Datenschutz und Arbeitsrecht
- Was viele Installationsfirmen immer noch nicht wissen.
Es gibt eindeutige Datenschutzgesetze und ein Arbeitsrecht

An dieser Stelle erkenne Sie ebenfalls eine gute Beratung. Wenn Sie auf die Thematik Datenschutz und Arbeitsrecht gar nicht hingewiesen werden, dann liegt hier im juristischen Sinne sogar ein Beratungsfehler vor. Spätestens jetzt sollten Sie von dem Berater die Finger lassen. Von http://www.videosystem.de/ erhalten Sie nicht nur eine Videoüberwachung auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt, sondern auch alle Vorschriften und Unterlagen bezüglich Arbeitsrecht und Datenschutz.
In dem neuen Report: “ Videoüberwachung am Arbeitsplatz und Videoüberwachung in öffentlichen Verkaufsräumen“ ist detailliert aufgeführt was Sie beachten müssen. Sie erfahren von uns welche Unterlagen für Ihren Datenschutzbeauftragten erforderlich sind.

Es sind in der Tat einige Dinge zu beachten wenn eine Videoüberwachung am Arbeitsplatz oder in öffentlich zugänglichen Räumen installiert wird.

  • Verwendungszweck?
  • Angaben über die von den Kameras betroffenen Bereiche
  • Aufzählung der Detail-Komponenten der Anlage
  • Zeitpunkt und Modalitäten der Inbetriebnahme
  • Art und Aufbewahrungsdauer der Speichermedien
  • Informationspflicht gegenüber Mitarbeiter und Kunden
  • Rechte der Mitarbeiter, wie muss ich meine Angestellten informieren?
  • Wann kann sich ein Kunde wegen Kameraüberwachung beim Datenschutzbeauftragten beschweren?
  • Hinweisschilder

Bei Verstößen gegen Datenschutz, kann die Video- Überwachung nochmals richtig teuer werden. Wenn die Richtlinien nicht eingehalten werden, können die Behörden saftige Strafbescheide verschicken.

Den meisten Anwendern ist noch nicht richtig bewusst, auf welches Glatteis sie sich mit einer Videoanlage begeben können. Derzeit geht der Landesbeauftrage für Datenschutz von Rheinland Pfalz gegen 760 Tankstellenpächter vor und überprüft die Videoanlagen in den Tankstellen.

Dienstag, 22. Juni 2010

Videoüberwachung und der gesellschaftliche Wandel?

Die Videoüberwachung ist ein Teil des gesellschaftlichen Wandels.
Somit kann die Videoüberwachung den gesellschaftlichen Wandel weder hemmen noch beschleunigen, sondern nur das zum Ausdruck bringen und zeigen, was sich wandelt und was ist.


Zu den Zeiten von Barnie Geröllheimer und Fred Feuerstein war so manches noch klar geregelt. Was in der Höhle von Fred Feuerstein liegt , ist sein Besitz. Wenn nun ein Fremder aus dem Neandertal kommt, um Fred aus der Höhle etwas zu klauen, dann haute ihm Fred Feuerstein mit der Keule dermaßen auf den Kopf, dass bei dem Eindringling eher die letzte Stunde kam, als dass dieser mit dem Diebesgut glücklich werden konnte......


Weil in der Steinzeit jeder wusste, dass dies in der gesamten Kulturgemeinschaft Neandertal so gehandhabt wird, konnte Fred Feuerstein sein Höhle verlassen, ohne den Eingang mit einer Tür verriegeln, ohne dieselbe abzuschließen, oder eine Alarmanlage zu installieren oder gar von Videokameras bewachen zu lassen.


Wie uns der Fall Emmely  nun aber lehrt, ist ein Diebstahl aufgrund des gesellschaftlichen Wandels aber nur dann ein Diebstahl mit Konsequenzen, wenn Verhältnismäßigkeit, Dauer der Betriebszugehörigkeit und die Frage "Bagatelle oder nicht Bagatelle" geklärt ist. Außerdem müssen auch die Möglichkeiten anderer milderer Restriktionen, wie zum Beispiel  Abmahnungen auch ausreichend gegeneinander abgewogen werden.


So darf Tengelmann anders als Fred Feuerstein, dem Dieb keines auf die Rübe hauen, geschweige denn ihn andersweitig bestrafen, solange dieser nur kleine Stücke, sogenannte Bagatellen aus dem Betrieb/Höhle nimmt. Ein Bärenfell im Ganzen wäre ein vermutlich eindeutig ein Diebstahl, aber die Mitnahme des Felles in kleinen Stücken wäre dann jeweils ein Bagatellfall.
Damit Fred Feuerstein oder Tengelmann die Bestände der Höhle/Kasse nun kontrollieren kann und gegf. einen Nachweis für das Verschwinden von Fell-Stücken bzw. Geld-Stücken hat, wird jetzt zwingend eine Videokamera benötigt.

Die Überwachungskamera wird somit zwangsweise zu einem Bestandteil des gesellschaftlichen Wandels. So wie die unzähligen Blitzlichtanlagen und Radarkontrollen entlang unserer Bundes- und Kreisstraßen auch nur Zeitzeugen des gesellschaftlichen Wandels sind, weil sich die meisten Autofahrer nicht freiwillig an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten halten.

Wenn unserer Gesellschaft das Wissens vom "Mein" und "Dein" nicht irgendwie abhanden gekommen wäre, wenn das Unrechtbewusstsein nicht ein anderes geworden wäre, wenn der Begriff Diebstahl noch eindeutig wäre, wenn Stehlen oder andere Straftaten noch spürbare Konsequenzen hätten, z.B. langfristige Verbannung nach Elba, dann könnten wir auf viele Zeitzeugen dieses gesellschaftlichen Wandels, wie auf die Video-Überwachungskamers verzichten.

Aber zu glauben, wenn es nirgendwo mehr eine Überwachungskamera gibt, hätte sich die Gesellschaft wieder gewandelt, könnte sich auch als Irrtum herausstellen. Vielleicht hat dann der gesellschaftliche Wandel nur andere, effektivere, technische Möglichkeiten der Kontrolle geboren.

Wir können nur, wie Michael Jackson es bereits in "Heal The World" besungen hat,  auf eine bessere Welt hoffen. Auch dies ist nur eine Frage des gesellschaftlichen Wandels und der Zeit.

Sonntag, 20. Juni 2010

Klauen an der Supermarktkasse ist nun erlaubt?

Harte Zeiten für Discounter und Supermarktbesitzer


Der Fall Emmely

Das BAG hat es in seinem Urteil vom 10. Juni 2010 - 2 AZR 541/09 das Klauen an der Supermarktkasse nunmehr offiziell genehmigt, durch die Hintertür quasi. Zumindest müssen sich die Arbeitgeber nach dem sogenannten „Emmely Urteil“ darauf einstellen, dass wie vom BAG vorgeschlagen, einer Kassiererin nur dann wegen Unehrlichkeit gekündigt werden kann, wenn sie für dieses Vergehen schon eine Abmahnung erhalten hat.

Mit anderen Worten, eine Kassiererin kann sich nun berechtigte Hoffnungen machen, dass ein aufgedeckter „Fehl-Griff“ in die Kasse zunächst ohne direkte Folgen bleiben wird.



Unehrlichkeit ohne Konsequenzen ?
Entlassungen von Kassiererinnen werden nur noch mit „wichtigem Grund“ möglich sein. Ein Bagatelle-Schaden ist nach dem vorliegenden Urteil kein wichtiger Grund mehr. Ob ein „wichtiger Grund“ vorliegt, muss „unter Berücksichtigung aller Umstände, Summe des Schadens und Betriebszugehörigkeit im Einzelfall beurteilt werden
Der Diebstahl, bzw. das unerlaubte Einlösen der Pfandbons berührte im Fall Emmely bei Tengelmann zwar den Kernbereich der Arbeitsaufgaben einer Kassiererin und hat damit trotz des geringen Wertes der Pfandbons das Vertrauensverhältnis der Parteien objektiv erheblich belastet, aber schlussendlich in Abwägung mit der langen Betriebszugehörigkeit reichte das dem BAG nicht zu einer Kündigung. Dabei wissen sowohl Ermittler der Polizei wie auch Detektive aus Erfahrung, dass es bei fast allen Fällen des Mitarbeiterbetrugs gerade die langjährige Mitarbeiter sind, die betrügen.


Im Rahmen der Abwägung war im „Fall Emmely“ auch auf die vergleichsweise geringfügige wirtschaftliche Schädigung der Beklagten Bedacht zu nehmen, so dass eine Abmahnung als milderes Mittel gegenüber einer Kündigung angemessen und ausreichend gewesen wäre, um einen künftig wieder störungsfreien Verlauf des Arbeitsverhältnisses zu bewirken.



Diebstahl oder Bagatelle?

Arbeitsgerichte und Landesarbeitsgerichte werden zweifelsohne aufgrund des vorliegenden Urteils, die Verhältnismäßigkeit nicht an die Seite schieben und die Kündigungen in Fällen bei langer Betriebszugehörigkeit und geringfügig wirtschaftlicher Schädigung per se für unwirksam erachten. Die entscheidende Frage wird sein, bis zu welcher Höhe werden die Gerichte einen Betrug als Bagatellesache bezeichnen.

Viele Arbeitsrechtler hätten sich vom BAG lieber eine konservative Wertvorstellung gewünscht, dass ein Betrug ein Betrug ist, egal wie hoch die Summe ist.

Pyrrhus –Sieg der Gewerkschaft?
Die Freude der Gewerkschaftler über diese BAG Urteil im Fall Emmely könnte sich aber bald in Das Gegenteil verwandeln. Die Supermarktbesitzer werden sich Gedanken machen müssen, wie das Geld in der Kasse vor dem unerlaubten Zugriff des Personals geschützt werden kann. Selbstzahl-Terminals und Selbstbedienungskassen werden schneller flächend installiert werden, als dies den Gewerkschaften lieb sein wird. ( Siehe Ikea und Shell)


Freiwillige Selbstkontrolle zur Erhaltung der Arbeitsplätze?
Eine freiwillige Selbstkontrolle an Kassen, mit einer präventiven Kassen-Videoüberwachung von Cash-Plus oder gar der Einsatz der intelligenten Video-Software Kassko, könnte ein Ausweg für Kassiererinnen, Gewerkschaften und Geschäftsinhaber sein, die Arbeitsplätze weiterhin zu erhalten. Information unter http://www.kassko.de/



Walter C. Dieterich


RetailCoach

Beratung für den Einzelhandel

73230 Kirchheim Limburg Str. 31  Tel. 07021-8606677 Mobil: 0170 - 8181807

 

Freitag, 14. Mai 2010

Planungshilfe für Video-Überwachungsanlagen





Vorüberlegungen
Bevor Sie anfangen zu planen, fragen Sie sich zuerst, was die Aufgabenstellung ist oder was Ihr Problem ist. Fragen Sie sich welche Kosten es verursacht und was es Ihnen bringen würde, eine Videoanlage zu installieren. Fragen Sie sich, welchen Gewinn Sie aus einem Videosystem haben würden.
 
Überlegen Sie, wie hoch Ihr Budget für eine Videoüberwachung ist. Was wären Sie bereit zu investieren. Wenn das Videosystem keinen Gewinn, sei es pecuniär oder emotional, ( z.B. Misstrauen -Vertrauen, Sicherheitsgefühl, Komfortgefühl ) bei Ihnen abwerfen würde, wären Sie dann bereit dafür Geld auszugeben. Wieviel EUR dürfte ein solches Videosystem dann an Kosten verursachen?
  
Sie haben beispielsweise ständige Unregelmäßigkeiten an Ihren Kassen in Ihrem Ladengeschäft oder in Ihrem Gastronomie-Betrieb. Da lassen sich eventuelle Verluste leicht schätzen oder sogar exakt ausrechnen. Aufgrund der möglichen Kosten/Verluste, die Ihr Problem verursacht, kommen Sie schnell auf eine bestimmte Budgetgröße und sagen sich vielleicht, dass Sie bereit sind etwa die Hälfte der vermutlichen Kosten als Investition in eine Kassenüberwachung zu tätigen.

Budget
Wenn Sie bei ihren ganzen Überlegungen jedoch auf kein gedankliches Budget in einer bestimmten Höhe für eine Video-überwachung kommen, dann liegt bei Ihnen in aller Regel auch kein konkreter Handlungsbedarf für eine Videosystem vor. Dann war es vielleicht eine kurzfristige fixe Idee, eine Gedankenanregung, die Sie evtl. zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Problem oder der Wunsch nach einem Videosystem dringlicher wird, weiterverfolgen.

Brauch ich eine Videokamera - will ich das wirklich - kann ich das Problem auch anders lösen?
Das ist etwas so wie beim Kauf eines Autos, Sie gehen erst los, nach dem passenden Fahrzeug zu suchen wenn Sie sich darüber klar sind was Sie damit anstellen wollen. Ob es ein Allrad-Fahrzeug oder Sportwagen werden soll, ist dann klar. Genauso klar ist auch wie viel Geld Sie dafür ausgeben wollen oder können. Kein Mensch geht los ein Auto zu kaufen , wenn er nicht weiß, wie viel er dafür ausgeben will und wofür er das Auto braucht.

Wenn Sie also gefragt werden: "Welches Problem wollen sie lösen und  viel Geld können Sie für eine Problemlösung  ausgeben ?" Dann haben Sie entweder eine passende Antwort, auf den Euro genau oder Sie haben keinen konkreten Bedarf. dies ist sogleich das was der Datenschutz "Vorabkontrolle" nennt. Eine Vorabkontrolle müssen Sie sogar machen, bevor Sie eine Videoüberwachung installieren dürfen.

Was will ich erreichen? Kann ich das auch mit anderen Mitteln, als mit einer Videoüberwachung erreichen. Beispiel: Ja das ist möglich mit einem Wachdienst, den muss ich aber die ganze Nacht bezahlen, damit er meinen Laden überwacht. Das ist dann aber unverhältnismäßig, weil zu teuer in in keinem Verhältnis zum Jährlichen Ertrag meines Geschäftes steht, somit ist es rechtens eine Videoüberwachung zu installieren, die für  eine wirtschaftlich erträgliche Summe  das lager überwacht udn dank neuester Technik sofort Alarm gibt, wenn ein Einbrecher kommt.

Überwachungszeitfenster
Klären Sie ab, welcher Zeitraum für Sie wichtig ist. Wenn Sie ihr Haus oder Ihr Lager nur nachts schützen wollen. Dann müssen Sie Tag/Nacht-Kameras verwenden, die wesentlich lichtenmpfindlicher als Farbkameras.

0 Tagüberwachung
0 Nachtüberwachung
0 Außenbereich
0 Innenbereich

Mit dem Kameratyp treffen Sie eine wesentliche Entscheidung über den endgültigen Preis. Der Kameratyp sollte exakt auf Ihre Bedürfnisse, auf die Aufgabenstellung abgestimmt sein. Bedenken Sie gleich am Anfang, dass Sie schlussendlich keine Zeit für die Videoanlage zusätzlich aufwenden wollen. Das Videosystem soll sie entlasten und nicht zusätzlich belasten. Wenn Sie nur wissen wollen, wer nachts in Ihr Lager geht, dann reicht eine handelsübliche Full-HD- Kamera mit eingebauten LED völlig.( Im Bedarfsfall kann noch ein zusätzlicher Scheinwerfer mit Bewegungserkennung  installiert werden.
  
Wenn Sie tagsüber schöne Farbe sehen wollen, wenn es an der Türe klingelt und nachts die Kamera mit der Alarmanlage gekoppelt ist und IR-Scheinwerfer eingesetzt werden, dann gibt es mittlerweile sogenannte Tag/Nacht-Kameras. doch Achtung diese Tag/Nacht-Kamera sollte einen IR-Cut-Filter haben, damit am Tage die Farben auch farbgetreu dargestellt werden. Tag /Nacht-Kameras ohne IR-Cut-Filter machen die Tag/Nacht-Umschaltung elektronisch und haben deshalb am Tage auch leichte Farbverfälschungen.
  
Da Sie dies als Laie nicht wissen können, können Sie sich nur einem Spezialisten anvertrauen. Besser noch Sie fragen jemand, der genau das System, das Sie sich vorstellen bei diesem Spezialisten schon gekauft hat. Lassen Sie sich Referenzobjekte zeigen oder lesen Sie einen Anwenderbericht.
   
Kameratyp

0 Farbkamera
0 Tag/Nacht-Kamera
0 Infrarot-Kamera
0 Full-HD-Kamera
0 IP-Kamera



Die Kameratype, die Sie auswählen , sollte den größtmöglichen Vorteil für Ihr Vorhaben bringen. Es ist generell möglich jede Kamera in ein Netzwerk zu bringen und über den PC anzuschauen. Von Funk-oder WLAN-Kameras rate ich Ihnen grundsätzlich ab. Dies kann nur die allerletzte Lösungsmöglichkeit sein, wenn es nicht möglich ist ein Kabel zu verlegen. Es ist mit wenig technischen Aufwand für Fremde möglich, sich in WLAN- Videoanlagen einzuscannen und sich die Bilder anzuschauen oder aber mit einem "Jammer" das ganze Videosystem lahmzulegen.

Ein geschlossenes Videosystem, CCTV ( Closed Circuit Television) bringt die größte Sicherheit gegen Hacking von außen und in Sachen Bildübertragung in Echtzeit. Sie müssen keine Netzwerkbelastung beachten und sind niemals von Windows-Abstürzen betroffen. Ein CCTV-System kann nur durch Kabeldurchtrennen oder Stromabschaltung außer Gefecht gesetzt werden.


Objektive
Die Augen der Kameras sind der wesentliche Baustein, für die spätere Bildqualität. An dieser Stelle zu sparen ist genauso, wie eine billige Brille aus Milchglas zu kaufen, das wäre zwar billiger aber nutzlos. Faktoren wie Randschärfe, Zoom, Lichtstärke und Modulationstiefe tragen zum Gelingen Ihres Vorhabens bei, wenn eine sinnvolle Abstimmung zur ausgwählten Kamera erfolgt.
  
Mit dem Objektiv wird der Bildwinkel festgelegt. Weil heutzutage keiner mehr weiß, wie eine Objektivberechnung erfolgen soll , werden fast ausschließlich Zoom-Objektive verwendet. Wenn es um den Bildwinkel geht, kommt automatisch der Datenschutz ins Spiel. Denn es ist nicht immer erlaubt großflächig aufzunehmen, sondern in vielen Fällen darf nur das aufgenommen werden , wo ein Problem entstehen kann.

Beispielsweise ist es ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz, wenn an einer Tankstelle mehrere Tanksäulen nebeneinander mit einer 3 Megapixel-Kamera aufgenommen werden. An einer Tanksäule wird getankt, dort ist die Überwachung Datenschutzkonform, währen daneben stehende oder vorbeifahrende Fahrzeuge und die Insassen dieser Fahrzeuge, die nicht tanken, oder den Tankvorgang bereits beendet haben, dürfen nicht gleichzeitig aufgenommen werden. (Siehe auch Hinweise zum Datenschutz)
  
Welche Kamera soll ich nun nehmen?

Es gibt einige technische Merkmale, die schlussendlich für den Preis der Überwachungskamera verantwortlich sind. Die Technik macht heutzutage fast alles möglich, dies hat aber natürlich auch seinen Preis. Mit einer guten und richtigen Auswahl des Kamerastandortes erweisen sich viel technische Schmankerl als überflüssig. Wenn ich nicht gegen das Licht aufnehme (alte Fotografenregel) dann brauch ich weder WDR (Wide Dynamic Range) noch eine Backlightfunktion, dann habe ich von Haus aus gute Bilder. Dies gilt auch genauso, wenn ich beachte wie der Verlauf der Sonne ist oder wo Beleuchtungskörper hängen. Wenn ich übersehe dass mitten im Videobild bei Nacht eine grelle Lampe sitzt, dann komme ich um eine "Gegenlichtnegierung nicht herum".
 
O Motorisiertes Zoom-Objektiv
O Autofocus
O OSD-Menue
O WDR
O Backlight

Fragen Sie sich ruhig, was bringt mir das eine oder das andere Feature denn wirklich zur Lösung meines Problemes.

Beleuchtung
Licht, Licht , Licht, für die Videotechnik gilt dasselbe wie für die Ausleuchtung der Anzüge in einem Kaufhaus. Nur was richtig ins Licht gesetzt wird kommt auch zur Geltung und wird gesehen. Mit einer einfachen Zylinder-Kamera für 150 EUR mit guter Beleuchtung können Sie bessere Bilder erreichen als mit einer 1000 EUR teuren Kamera und schlechter Beleuchtung.
 
Der Spektralbereich der Beleuchtung sollte mit dem Spektralbereich der Kamera übereinstimmen. Ein gleichmäßige"schwache" Beleuchtung ist immer besser als eine punktuelle grelle Ausleuchtung. In einem Videobild sollten die Unterschiede Hell/Dunkel nicht größer als 1:3 sein. Die Beleuchtungsstärke ( Lux) sollte vor Ort gemessen werden und danach die Kamera ausgesucht werden, wer das schon die Beleuchtung nicht messen kann, hat offensichtlich von Videosystemen wenig Ahnung. Fortsetzung folgt.