Freitag, 14. Mai 2010

Planungshilfe für Video-Überwachungsanlagen





Vorüberlegungen
Bevor Sie anfangen zu planen, fragen Sie sich zuerst, was die Aufgabenstellung ist oder was Ihr Problem ist. Fragen Sie sich welche Kosten es verursacht und was es Ihnen bringen würde, eine Videoanlage zu installieren. Fragen Sie sich, welchen Gewinn Sie aus einem Videosystem haben würden.
 
Überlegen Sie, wie hoch Ihr Budget für eine Videoüberwachung ist. Was wären Sie bereit zu investieren. Wenn das Videosystem keinen Gewinn, sei es pecuniär oder emotional, ( z.B. Misstrauen -Vertrauen, Sicherheitsgefühl, Komfortgefühl ) bei Ihnen abwerfen würde, wären Sie dann bereit dafür Geld auszugeben. Wieviel EUR dürfte ein solches Videosystem dann an Kosten verursachen?
  
Sie haben beispielsweise ständige Unregelmäßigkeiten an Ihren Kassen in Ihrem Ladengeschäft oder in Ihrem Gastronomie-Betrieb. Da lassen sich eventuelle Verluste leicht schätzen oder sogar exakt ausrechnen. Aufgrund der möglichen Kosten/Verluste, die Ihr Problem verursacht, kommen Sie schnell auf eine bestimmte Budgetgröße und sagen sich vielleicht, dass Sie bereit sind etwa die Hälfte der vermutlichen Kosten als Investition in eine Kassenüberwachung zu tätigen.

Budget
Wenn Sie bei ihren ganzen Überlegungen jedoch auf kein gedankliches Budget in einer bestimmten Höhe für eine Video-überwachung kommen, dann liegt bei Ihnen in aller Regel auch kein konkreter Handlungsbedarf für eine Videosystem vor. Dann war es vielleicht eine kurzfristige fixe Idee, eine Gedankenanregung, die Sie evtl. zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Problem oder der Wunsch nach einem Videosystem dringlicher wird, weiterverfolgen.

Brauch ich eine Videokamera - will ich das wirklich - kann ich das Problem auch anders lösen?
Das ist etwas so wie beim Kauf eines Autos, Sie gehen erst los, nach dem passenden Fahrzeug zu suchen wenn Sie sich darüber klar sind was Sie damit anstellen wollen. Ob es ein Allrad-Fahrzeug oder Sportwagen werden soll, ist dann klar. Genauso klar ist auch wie viel Geld Sie dafür ausgeben wollen oder können. Kein Mensch geht los ein Auto zu kaufen , wenn er nicht weiß, wie viel er dafür ausgeben will und wofür er das Auto braucht.

Wenn Sie also gefragt werden: "Welches Problem wollen sie lösen und  viel Geld können Sie für eine Problemlösung  ausgeben ?" Dann haben Sie entweder eine passende Antwort, auf den Euro genau oder Sie haben keinen konkreten Bedarf. dies ist sogleich das was der Datenschutz "Vorabkontrolle" nennt. Eine Vorabkontrolle müssen Sie sogar machen, bevor Sie eine Videoüberwachung installieren dürfen.

Was will ich erreichen? Kann ich das auch mit anderen Mitteln, als mit einer Videoüberwachung erreichen. Beispiel: Ja das ist möglich mit einem Wachdienst, den muss ich aber die ganze Nacht bezahlen, damit er meinen Laden überwacht. Das ist dann aber unverhältnismäßig, weil zu teuer in in keinem Verhältnis zum Jährlichen Ertrag meines Geschäftes steht, somit ist es rechtens eine Videoüberwachung zu installieren, die für  eine wirtschaftlich erträgliche Summe  das lager überwacht udn dank neuester Technik sofort Alarm gibt, wenn ein Einbrecher kommt.

Überwachungszeitfenster
Klären Sie ab, welcher Zeitraum für Sie wichtig ist. Wenn Sie ihr Haus oder Ihr Lager nur nachts schützen wollen. Dann müssen Sie Tag/Nacht-Kameras verwenden, die wesentlich lichtenmpfindlicher als Farbkameras.

0 Tagüberwachung
0 Nachtüberwachung
0 Außenbereich
0 Innenbereich

Mit dem Kameratyp treffen Sie eine wesentliche Entscheidung über den endgültigen Preis. Der Kameratyp sollte exakt auf Ihre Bedürfnisse, auf die Aufgabenstellung abgestimmt sein. Bedenken Sie gleich am Anfang, dass Sie schlussendlich keine Zeit für die Videoanlage zusätzlich aufwenden wollen. Das Videosystem soll sie entlasten und nicht zusätzlich belasten. Wenn Sie nur wissen wollen, wer nachts in Ihr Lager geht, dann reicht eine handelsübliche Full-HD- Kamera mit eingebauten LED völlig.( Im Bedarfsfall kann noch ein zusätzlicher Scheinwerfer mit Bewegungserkennung  installiert werden.
  
Wenn Sie tagsüber schöne Farbe sehen wollen, wenn es an der Türe klingelt und nachts die Kamera mit der Alarmanlage gekoppelt ist und IR-Scheinwerfer eingesetzt werden, dann gibt es mittlerweile sogenannte Tag/Nacht-Kameras. doch Achtung diese Tag/Nacht-Kamera sollte einen IR-Cut-Filter haben, damit am Tage die Farben auch farbgetreu dargestellt werden. Tag /Nacht-Kameras ohne IR-Cut-Filter machen die Tag/Nacht-Umschaltung elektronisch und haben deshalb am Tage auch leichte Farbverfälschungen.
  
Da Sie dies als Laie nicht wissen können, können Sie sich nur einem Spezialisten anvertrauen. Besser noch Sie fragen jemand, der genau das System, das Sie sich vorstellen bei diesem Spezialisten schon gekauft hat. Lassen Sie sich Referenzobjekte zeigen oder lesen Sie einen Anwenderbericht.
   
Kameratyp

0 Farbkamera
0 Tag/Nacht-Kamera
0 Infrarot-Kamera
0 Full-HD-Kamera
0 IP-Kamera



Die Kameratype, die Sie auswählen , sollte den größtmöglichen Vorteil für Ihr Vorhaben bringen. Es ist generell möglich jede Kamera in ein Netzwerk zu bringen und über den PC anzuschauen. Von Funk-oder WLAN-Kameras rate ich Ihnen grundsätzlich ab. Dies kann nur die allerletzte Lösungsmöglichkeit sein, wenn es nicht möglich ist ein Kabel zu verlegen. Es ist mit wenig technischen Aufwand für Fremde möglich, sich in WLAN- Videoanlagen einzuscannen und sich die Bilder anzuschauen oder aber mit einem "Jammer" das ganze Videosystem lahmzulegen.

Ein geschlossenes Videosystem, CCTV ( Closed Circuit Television) bringt die größte Sicherheit gegen Hacking von außen und in Sachen Bildübertragung in Echtzeit. Sie müssen keine Netzwerkbelastung beachten und sind niemals von Windows-Abstürzen betroffen. Ein CCTV-System kann nur durch Kabeldurchtrennen oder Stromabschaltung außer Gefecht gesetzt werden.


Objektive
Die Augen der Kameras sind der wesentliche Baustein, für die spätere Bildqualität. An dieser Stelle zu sparen ist genauso, wie eine billige Brille aus Milchglas zu kaufen, das wäre zwar billiger aber nutzlos. Faktoren wie Randschärfe, Zoom, Lichtstärke und Modulationstiefe tragen zum Gelingen Ihres Vorhabens bei, wenn eine sinnvolle Abstimmung zur ausgwählten Kamera erfolgt.
  
Mit dem Objektiv wird der Bildwinkel festgelegt. Weil heutzutage keiner mehr weiß, wie eine Objektivberechnung erfolgen soll , werden fast ausschließlich Zoom-Objektive verwendet. Wenn es um den Bildwinkel geht, kommt automatisch der Datenschutz ins Spiel. Denn es ist nicht immer erlaubt großflächig aufzunehmen, sondern in vielen Fällen darf nur das aufgenommen werden , wo ein Problem entstehen kann.

Beispielsweise ist es ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz, wenn an einer Tankstelle mehrere Tanksäulen nebeneinander mit einer 3 Megapixel-Kamera aufgenommen werden. An einer Tanksäule wird getankt, dort ist die Überwachung Datenschutzkonform, währen daneben stehende oder vorbeifahrende Fahrzeuge und die Insassen dieser Fahrzeuge, die nicht tanken, oder den Tankvorgang bereits beendet haben, dürfen nicht gleichzeitig aufgenommen werden. (Siehe auch Hinweise zum Datenschutz)
  
Welche Kamera soll ich nun nehmen?

Es gibt einige technische Merkmale, die schlussendlich für den Preis der Überwachungskamera verantwortlich sind. Die Technik macht heutzutage fast alles möglich, dies hat aber natürlich auch seinen Preis. Mit einer guten und richtigen Auswahl des Kamerastandortes erweisen sich viel technische Schmankerl als überflüssig. Wenn ich nicht gegen das Licht aufnehme (alte Fotografenregel) dann brauch ich weder WDR (Wide Dynamic Range) noch eine Backlightfunktion, dann habe ich von Haus aus gute Bilder. Dies gilt auch genauso, wenn ich beachte wie der Verlauf der Sonne ist oder wo Beleuchtungskörper hängen. Wenn ich übersehe dass mitten im Videobild bei Nacht eine grelle Lampe sitzt, dann komme ich um eine "Gegenlichtnegierung nicht herum".
 
O Motorisiertes Zoom-Objektiv
O Autofocus
O OSD-Menue
O WDR
O Backlight

Fragen Sie sich ruhig, was bringt mir das eine oder das andere Feature denn wirklich zur Lösung meines Problemes.

Beleuchtung
Licht, Licht , Licht, für die Videotechnik gilt dasselbe wie für die Ausleuchtung der Anzüge in einem Kaufhaus. Nur was richtig ins Licht gesetzt wird kommt auch zur Geltung und wird gesehen. Mit einer einfachen Zylinder-Kamera für 150 EUR mit guter Beleuchtung können Sie bessere Bilder erreichen als mit einer 1000 EUR teuren Kamera und schlechter Beleuchtung.
 
Der Spektralbereich der Beleuchtung sollte mit dem Spektralbereich der Kamera übereinstimmen. Ein gleichmäßige"schwache" Beleuchtung ist immer besser als eine punktuelle grelle Ausleuchtung. In einem Videobild sollten die Unterschiede Hell/Dunkel nicht größer als 1:3 sein. Die Beleuchtungsstärke ( Lux) sollte vor Ort gemessen werden und danach die Kamera ausgesucht werden, wer das schon die Beleuchtung nicht messen kann, hat offensichtlich von Videosystemen wenig Ahnung. Fortsetzung folgt.